Bei 6 Millionen Hartz4 Empfängern und 3,5 Millionen Arbeitslosen „Deutschland braucht immer mehr Zuwanderer“: Netz reagiert genervt und hat Fragen

Deutschland braucht jährlich 260.000 Zuwanderer, geht aus einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor. Daher wird Deutschland stärker auf die Ausländer außerhalb der EU angewiesen sein. Das Netz reagiert größtenteils genervt. Offenbar besteht Aufklärungsbedarf.

Es sei bisher zu erwarten, so die Forscher der von der Stiftung beauftragten Hochschule Coburg, dass im Jahresdurchschnitt rund 114.000 Zuwanderer aus anderen EU-Staaten kommen werden. Außerdem würden die Migrationsanreize perspektivisch dadurch abnehmen, dass sich die Mitgliedstaaten wirtschaftlich angleichen würden, heißt es in den Ergebnissen der Studie.

Allerdings unterstellen die Forscher eine zukünftig höhere Geburtenrate (2017 betrug diese 1,57 Kinder pro Frau) sowie mehr Frauen und ältere Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Doch selbst wenn Männer und Frauen gleich viel arbeiteten würden und in Deutschland eine Rente mit 70 eingeführt würde, könnte der Fachkräftebedarf nicht mit inländischen oder EU-Mitteln gedeckt werden, heißt es.

Demnach müssten bis 2060 noch rund 146.000 Personen aus Drittstaaten außerhalb der EU jährlich einwandern, um den Bedarf des deutschen Arbeitsmarktes an Fachkräften auszugleichen. Schon heute sollen über eine Million Stellen unbesetzt sein. Es fehlen vor allem Ingenieure, Handwerker, Pfleger, aber auch Techniker, Meister und Akademiker, wie die Digitalisierung sie erfordert.

Dabei waren 2017 laut Statistiken des Ausländerzentralregisters nur gut 38.000 Nicht EU-Bürger nach Deutschland eingewandert. Deutschland müsse deshalb diesen Zuzug besser steuern, so der Vorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger. Er fordert: “Das Einwanderungsgesetz sollte schnell verabschiedet werden.” Er begrüßt, dass sich das Gesetz auch an Menschen mit mittlerem Qualifikationsniveau richtet. Dennoch weist er darauf hin: “Migration und Integration sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ein neues Gesetz alleine reicht nicht.” Ohne eine anhaltende Willkommenskultur und attraktive Integrationsangebote werde der Fachkräftemangel nicht ausgeglichen werden können.

Im Netz stieß die Studie überwiegend auf kritische Stimmen:

“Torsten Ei” empört sich auf Facebook unter einer Pubikation der Bertelsmann Stiftung: “Warum belügen sie die Menschen. In 5-10Jahre werden wir Million Arbeitslose haben. Ich weiß nicht ob sie schon mal was von Digitalisierung gehört haben. VW und Co. müssen schon jetzt nicht mehr einstellen. Viele Firmen rekrutieren nur noch über Zeitarbeit und PV. Fachkräftemangel gibt es nur im Billiglohnsektor. Wenn man wirklich was gegen den Fachkraftemängel tun will. 12 Euro Mindestlohn und die 10 Million Arbeitslose richtig weiterbilden.”

Deutschland braucht #Zuwanderung – doch die Zuwanderung aus den anderen EU-Staaten wird nicht ausreichen, um den…

Gepostet von Bertelsmann Stiftung am Dienstag, 12. Februar 2019

Die Stiftung erwidert: “Wir wissen nicht, ob Sie mal den Artikel, geschweige denn die Studie gelesen haben. Da ist nämlich genau davon die Rede, dass wir die Effekte der Digitalisierung in die Ergebnisse einberechnet haben. (fw)”

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