Islam und Islamismus halten Skandinavien in Atem

Schweden, Norwegen und Dänemark verfolgten lange eine freizügige Einwanderungspolitik, so dass ihre muslimischen Communitys verhältnismässig gross sind. Heute kämpfen sie mit massiven Integrationsproblemen.

Von Aldo Keel

Mit Reportagen über die Ängste der Norweger startete das norwegische Fernsehen ins neue Jahr. «Schwedische Zustände» hiess die erste Sendung und berichtete über muslimische Einwandererghettos wie Rosengård bei Malmö, von dessen 22 000 Bewohnern fast neunzig Prozent einen Migrationshintergrund haben. Jugendkrawalle, Schiessereien, gewalttätige Banden und brennende Autos jagen den Einheimischen Angst ein. Arbeitslosigkeit und Marginalisierung rauben den Einwanderern jede Zukunftsperspektive.

Und die Jungen? Ihnen fehlen die Vorbilder, vom Fussballer Zlatan Ibrahimovic einmal abgesehen. An einer Mauer prangt sein Spruch: «Du kannst Rosengård verlassen. Aber Rosengård wird dich nie preisgeben.» In Schwedens Vorstädten wurden 2018 dreihundert Schiessereien registriert, 44 mit tödlichem Ausgang: Der 22-jährige Shayan wurde mit 13 Schüssen in den Rücken niedergestreckt. Ein 17-Jähriger betrat am helllichten Tag eine Pizzeria und erschoss einen 25-Jährigen. Die Entwicklung sei «zutiefst beunruhigend», berichtet die Polizei.

Poeten der Vorstädte

Die Mütter der Opfer versammelten sich im November zu einer Demonstration in Stockholms Zentrum. Sie fordern die Zulassung anonymer Zeugen bei Gericht. «Wenn man statt von Mord an unsern Kindern lediglich von Schiessereien spricht, schwinden Verantwortung und Empathie. Mord bleibt Mord», sagte eine Mutter einem Reporter ins Mikrofon. Ihr 15-jähriger Sohn wurde erschossen, als er vor der Haustür eine Zigarette rauchte.

Die Initialzündung für den Aufmarsch gab das Reportagebuch «Die Mütter» (2018) der in Stockholms Banlieue Rinkeby aufgewachsenen Journalistin Alexandra Pascalidou. In zwanzig Porträts verleiht sie den Müttern der Vorstädte eine Stimme. Gleichzeitig ermunterte der Wettbewerb «Bester Poet der Vorstädte» die Jugendlichen, sich der Erzählung ihres Milieus zu bemächtigen. Im Dezember wurde das Finale zum vierten Mal ausgetragen. Nur: Die Poeten trafen sich vermutlich zum letzten Mal. Die Organisatoren klagten über ungenügende Unterstützung der Behörden, finanzielle Sorgen und starke Polizeipräsenz.

Die Schlusssequenz der norwegischen TV-Reportage über «schwedische Zustände» zeigt Jugendliche in Oslos Viertel Holmlia beim Völkerball mit uniformierten Polizisten. Der Reporter versichert, noch sei Norwegen von «schwedischen Zuständen» weit entfernt. Mag sein. 2018 veröffentlichte aber der Journalist Einar Haakaas das Buch «Warnung. Schwedische Zustände in Norwegen», laut dem die Gang Young Bloods Holmlia fest im Griff hat. Auf das Konto der Bande mit Beziehungen zur albanischen Mafia gehen Mordversuche, Entführungen und Drogenimport. Haakaas zitiert einen Bandenboss: «Wenn sich die Gesellschaft verschliesst, öffne ich die Tür zur Bandenwelt. Hier finden die Burschen Anerkennung.»

Norweger und doch nicht

Jeder dritte Einwohner Oslos ist Einwanderer der ersten oder zweiten Generation, es dominieren die Pakistaner. Noch immer finden 96 Prozent der Söhne und Töchter ihren Ehepartner im pakistanischen Milieu. Mischehen sind verpönt. 2014 wurde «Aftenposten» folgender Brief zugespielt: «Ich will den Rest meines Lebens damit verbringen, deines zu zerstören. Entscheidest du dich für Selbstmord, bin ich dir gern behilflich. Gruss, Papa.»

Die Einwandererkinder führen ein mitunter riskantes Leben zwischen den Welten. «Einerseits erzählten ihnen Norweger von klein auf, dass sie anders seien, wo sie doch keine andere Heimat kennen als Norwegen», schreibt der Sozialanthropologe Thomas Hylland Eriksen. «Andererseits sind sie dem Druck der Eltern ausgesetzt, den traditionellen Werten treu zu bleiben und nicht zu norwegisch zu werden.»

Vom schwierigen Leben zwischen den Kulturen berichtete 1986 als Erster der damals 16-jährige Khalid Hussain im Roman «Packeis», damals eine Sensation. 20 Jahre später drehte er dazu eine Komödie. In seinem Film «Import – Export» lieben sich eine Pakistanerin und ein Norweger, während die Eltern des Mädchens die Ehe mit einem Cousin anbahnen.

«Nach Jugendjahren mit rechtspopulistischer Begleitmusik fehlt mir das Selbstbewusstsein, mich als Norweger zu bezeichnen», schreibt Ulrik Imtiaz Rolfsen, Sohn eines Pakistaners und einer Norwegerin, in der Zeitung «VG». Seine TV-Serie «Taxi» erzählt von einem jungen pakistanischen Anwalt, der mit einer norwegischen Journalistin zusammenlebt, während er seiner Familie vorgaukelt, er lebe in einem Single-Haushalt. In beiden Familien stösst die Beziehung auf Ablehnung. Im Lauf der Geschichte kommt der Anwalt einem Taxischwindel und Korruption im Finanzamt auf die Spur.

Die Stütze von Familie und Religion

Tatsächlich platzte vor einigen Jahren eine Steueraffäre, in die 2500 Taxifahrer verwickelt waren. Drei von vier Schwindlern waren Pakistaner, die mit dem ergaunerten Geld im Punjab Villen bauten. Die Pakistaner kämen aus einer Welt, so Rolfsen in einem Interview, in der nur auf die Familie Verlass sei. «Der Staat ist der Schurke.» Gleichzeitig gibt ihnen die Religion Stolz und Würde. Als ein Professor – und diese Geschichte ist keine Fiktion – frühmorgens den Flieger nach Uganda erreichen wollte, bestieg er in Oslo ein Taxi. Auf halber Strecke hielt der Fahrer an. Bevor er die Fahrt fortsetze, müsse er seine Gebetspflicht erfüllen, gab er zu verstehen und entnahm dem Kofferraum den Gebetsteppich.

Die jüngste Einwanderergruppe stellen die Somalier, viele sind Analphabeten. Im somalischen Oslo spielt der Roman «North of Dawn» (2018) des Exil-Somaliers Nuruddin Farah: Ein in Oslo lebender somalischer Ex-Diplomat will seine Enkel vor islamistischer Indoktrinierung retten. Åsne Seierstad wiederum berichtet in ihrem Sachbuch «Schwestern» (2016), wie in Norwegen aufgewachsene somalische Mädchen vom gutbürgerlichen Bærum in den Jihad nach Syrien ziehen. Die westliche Welt sei sündig, suggeriert ihnen die Erweckungsbewegung Islam Net. Im Koran-Unterricht der Tawfiik-Moschee doziert der Lehrer Mustafa: «Wer in den Jihad zieht, wird im Paradies am Thron Gottes sitzen.»

Die Stadt Oslo schätzte vor ein paar Jahren, dass 50 bis 70 Prozent der Somalier die illegale Droge Khat konsumieren. Da sie bis morgens um vier oder fünf Khat kauen und danach den ganzen Tag schlafen, obliege die Versorgung der Familie den Frauen. Vier von zehn somalischen Kindern werden von den Eltern nach Somalia in die Koranschule geschickt. Wenn sie zurückkehren, finden sie sich nur schlecht zurecht. In Reportagen aus Somalia berichtete das Fernsehen letztes Jahr von atavistischen Erziehungsmethoden.

Tragisches Schicksal

Was schiefgehen kann, wenn ein Sohn den Aufstand wagt, zeigt das Schicksal Yahya Hassans. Der dänische Dichter palästinensischer Herkunft rechnete 2013 im Alter von 18 Jahren in einem Gedichtband mit der eingewanderten Vätergeneration und deren mangelnder Integrationsbereitschaft ab. 120 000 Mal wurde das Buch verkauft. Der Zeitung «Politiken» sagte er: «Wir, die wir die Ausbildung schmissen, herumgammelten, kriminell wurden – wir wurden nicht vom System im Stich gelassen, sondern von unsern Eltern.»

Hassan wurde zum Gejagten. Einmal wurde er in Kopenhagens Hauptbahnhof verprügelt, ein anderes Mal stellte sich ihm ein Auto in den Weg, dem mit Säbeln und Keulen bewaffnete Männer entstiegen. Am Weihnachtsbingo der Rechtspopulisten trat er als Weihnachtsmann auf. Zum Dank verspottete ihn die Parteigründerin als «Einwandererbub mit Grössenwahn». Er sei bereit zu töten, um sich zu verteidigen, verkündete er auf Facebook. Schliesslich griff er in einer Pizzeria zur Waffe und schoss einem Jugendlichen in den Fuss. Nach 21 Monaten Haft wieder in Freiheit, musste er sich letzten Oktober für 42 Straftaten verantworten. Das Gericht wies den inzwischen 23-Jährigen in die Psychiatrie ein.

Zum Programm der Literaturnobelpreisträger gehört seit dreissig Jahren ein Schulbesuch in Rinkeby. Die Schüler bereiten hier jedem Preisträger einen massgeschneiderten Empfang. Patrick Modiano präsentierten sie eine Ausstellung zu dessen Buch «Dora Bruder», das an ein in Auschwitz ermordetes jüdisches Mädchen erinnert. Modiano standen die Tränen in den Augen: «Das ist der beste Tag meines Lebens.» Die einst von ethnischen Konflikten geprägte Schule stellte 2009 Schwedens besten Mathematikschüler, man sprach vom «Wunder von Rinkeby». Der Rektor ist überzeugt, dass die Sprache das Tor zur Gesellschaft öffnet: Schwedisch, dann Englisch und die Muttersprache. Er sagt auch: Europa braucht mehrsprachige, mit mehreren Kulturen vertraute Menschen.

Israelische Dokumentation über Muslime in Schweden

Ausschreitungen: Muslime fordern radikale Islam-Gesetze

In den letzten Tagen häufen sich in den sozialen Netzwerken die Berichte zu muslimischen Unruhen und Demonstrationen in Dänemark und Großbritannien. Eine Forderung der oftmals gewaltbereiten Demonstranten: die Einführung des islamischen Scharia-Gesetzes.

Mainstream-Medien verschweigen indes die zum Teil sehr heftigen Ausschreitungen.

Dänemark: Islam-Gegner rufen mit Ghettoblaster zum Gebet

Copenhagen, Denmark, Hunderte Muslime demonstrieren für Allah

Islam Konferenz in Norwegen entlarvt den Islam

SCHWEDEN der ISLAM / die SCHARIA erobert das LAND ICH will MEIN Land zurück Ingrid Carlqvi