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„Atomschlag gegen Washington“: USA drängen Russland eigene Aggression auf

Die Äußerungen von extremen Repräsentanten der Republikanischen Partei zu einem Atomkrieg gegen Russland sind typisch für die politische Kultur der USA. Diese Ansicht äußerte der Sicherheitsexperte Konstantin Blochin.

Matthew Kroenig, Professor an der Georgetown University, hat ein heiß diskutiertes Buch geschrieben: „The Logic of American Nuclear Strategy: Why Strategic Superiority Matters“, in dem der Politologe die direkten Folgen für die Wirtschaft und Bevölkerung der USA nach einem primären und sekundären Raketen- und Atomangriff seitens Russlands kalkuliert.

Aggressive politische Kultur in den USA

In dem Buch werden Zahlen angegeben, wie viele Menschen in den USA bei einer solchen Entwicklung ums Leben kommen würden. Doch der Autor ist kein Berufsmilitär, sondern Geisteswissenschaftler. Das heißt, dass wir es nicht mit praktischen Berechnungen der USA, sondern mit Stimmungen zu tun haben, die für extreme Teile des politischen Establishments in den Vereinigten Staaten typisch sein können.

Kroenig unterstützte bei den US-Präsidentschaftswahlen 2012 den republikanischen Kandidaten Mitt Romney. Bei den Wahlen 2016 war es Marco Rubio.

Washington senkt Grenze für Atomwaffeneinsatz

Wie Sicherheitsexperte Konstantin Blochin im Gespräch mit der Agentur „Ekonomika segodnja“ (Wirtschaft heute) berichtete, sind solche Äußerungen mit den letzten Änderungen in der Atomstrategie der USA verbunden, in der Washington die Grenze für die Anwendung von Atomwaffe senkte.

„Heute spielen viele US-Politologen US-Präsident Donald Trump in die Hände, um den Schein zu erwecken, dass die amtierende politische Administration tatsächlich bereit ist, Atomwaffen einzusetzen – sowohl im Falle eines globalen Militärkonflikts als auch im Kontext lokaler militärpolitischer Krisen“, so Blochin.

Denn das Problem der neuen US-Atomdoktrin besteht darin, dass Washington den Einsatz von Atomwaffen, unter anderem im Rahmen des Antiterrorkampfes und im Kontext der Cyberbedrohungen, erlaubt hat.

Amerikaner erhöhen atomaren Druck

„In der neuen Atomdoktrin der USA wurde die Grenze der Anwendung von nuklearen Geschossen stark abgesenkt, jetzt können die USA in ihren lokalen Operationen Atomwaffen geringer Kapazität anwenden“, so Blochin.

Das zeigt, dass die Amerikaner Atomwaffen im Rahmen ihrer Strategie nicht als Element der globalen strategischen Abschreckung, sondern als Standard-Waffen betrachten. Das ist eine prinzipielle Änderung, die die gesamte Situation um die globale Sicherheit in der Welt verändert und die Risiken eines direkten Atomkrieges stark erhöht.

Laut Blochin tut Amerika das, um andere Länder einzuschüchtern und die Umsetzung eigener außenpolitischer Aufgaben zu erreichen. Die Message sei dabei ziemlich einfach – Atomwaffen seien ein Instrument der US-Außenpolitik.

Dabei gehe das nicht gegen Russland, sondern gegen den Iran, gegen den der US-Ton immer schärfer werde, so der Experte.

Bestimmte US-Kräfte für Verschärfung globaler Spannungen

Trump könnte in der nächsten Zeit Maßnahmen zum Ausstieg aus dem Atomdeal mit dem Iran ankündigen, weshalb diese Diskussionen über die Atomwaffen der USA ein Instrument des psychologischen Kriegs sind, meint Blochin.

Das alles betrifft natürlich nicht die strategischen Pläne Russlands, das nie Atomwaffen in lokalen Konflikten einsetzen wird und sie ausschließlich als Garantie der eigenen nationalen Sicherheit betrachtet. Diese These wird ständig erläutert und wurde im Unterschied zur US-Seite niemals infrage gestellt.

Das verstehen auch die USA sehr gut, doch die antirussische Hysterie ist heute ein Trend in der Innen- und Außenpolitik der USA, weshalb man sich kaum darüber wundern sollte, dass die Politologen in Washington dieses Thema ständig auf die Agenda setzen.

„Das Paradox besteht darin, dass die aggressivsten Falken in der US-amerikanischen politischen Kultur nie in der Armee dienten. Das sind John Bolton, der von der Notwendigkeit eines präventiven Atomschlags gegen den Iran und Nordkorea sprach, und der ehemalige Vizepräsident Dick Cheney, der seit vielen Jahren der wichtigste Lobbyist der US-amerikanischen Rüstungsindustrie ist“, sagte Blochin.

Laut Kroenig hat man es also mit einem innenpolitischen Trend in den USA zu tun, bei dem bestimmte Kräfte in Washington die allgemeinen Spannungen in der Welt anfachen.

(Sputnik)