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„Nicht kapitulieren“ Politischer Islam: Strolz warnt vor Bürgerkrieg

Aufgeschreckt durch einen Artikel des berühmten syrischen Politikwissenschaftlers Bassam Tibi warnt nun NEOS-Chef Matthias Strolz vor einem Bürgerkrieg, sollte Europa vor dem politischen Islam „kapitulieren“. Tibi, der den Begriff des „Euro-Islam“, also eines Islam mit europäischen Werten, geprägt hat, entfernt sich immer mehr von dieser Vision. „Ich kapituliere“ heißt ein Artikel Tibis im deutschen Magazin „Cicero“ aus dem Jahr 2016, auf den Strolz vor wenigen Tagen in einem Facebook-Postin Bezug genommen hat. So eine Kapitulation sei für den Chef-Pinken aber „keine zulässige Option“.

„Natürlich braucht es entschlossene Islamkritik. Schon aus Respekt gegenüber dem Islam. Zu glauben, wir sollten uns diesem Thema nicht stellen, weil es die aufkeimende Islamophobie stärke, wäre grobe Naivität, Ignoranz oder schlichtweg Feigheit“, meinte der NEOS-Chef.

Kapitulation bedeutet in diesem Fall mittelfristig Bürgerkrieg. Das ist für mich keine zulässige Option.Natürlich…

Gepostet von Matthias Strolz am Mittwoch, 18. April 2018

„Ich werde für einen Islam europäischer Prägung kämpfen“
Er werde als freier Bürger und als Politiker für einen Islam europäischer Prägung kämpfen. „Ich halte ihn für die aktuell einzig realistische Option, uns vor brutalen Konflikten auf unserem Kontinent zu schützen. Religionsfreiheit, die Rechtsstaatlichkeit und die Gleichwertigkeit von Frau und Mann sind nicht verhandelbar. Sie sind Eckpfeiler unseres europäischen Werte-Fundaments. Wenn wir dieses Fundament verlieren – und sei es nur in Teilen -, dann fällt das Haus Europa“, so Strolz weiter.

Er wolle weder 30 Millionen Mitbürger islamischen Glaubens kriminalisieren, noch werde er die fortschreitende Ausbildung von europa- und demokratiefeindlichen, orthodoxen oder islamistischen Parallelgesellschaften akzeptieren. „Beide Entwicklungen, wenn sie weiter so stark an Dynamik gewinnen, werden unweigerlich in einem blutigen Konflikt enden. Wenn wir das nicht sehen, dann schauen wir nicht hin“, lautet die Warnung.

Auch Strache warnte bereits vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen
Auch Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hatte in der Vergangenheit als Oppositionsvertreter wiederholt vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen gewarnt. Strache wurde dafür scharf von anderen Parteien kritisiert. Zuletzt etwa rund um die Bundespräsidentenwahl 2016. In seiner Rede zum Nationalfeiertag hatte Strache damals gemeint, dass „durch den ungebremsten Zustrom von kulturfremden Armutsmigranten, die in unsere Sozialsystem einsickern“, das gesellschaftliche Gefüge in seinen Grundfesten erschüttert werde. „Und das macht mittelfristig einen Bürgerkrieg nicht unwahrscheinlich.“

krone.at