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Zahlen von Eurostat EU: 2016 wurden pro Tag 2718 Menschen eingebürgert

Bild: APA/HELMUT FOHRINGER, Karl Schöndorfer, stock.adobe.com

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben 2016 fast einer Million Menschen die Staatsbürgerschaft erteilt – und damit so vielen wie nie zuvor. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Montag mitteilte, wurden 994.800 Menschen Bürger eines EU-Landes. Das bedeutet im Schnitt 2718 Einbürgerungen pro Tag und eine Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem Jahr 2015. Größte Gruppe waren mit 101.300 Menschen Marokkaner, die vor allem in Spanien, Italien und Frankreich die Staatsbürgerschaft erhielten. Österreich wies mit 8520 Einbürgerungen die niedrigste Quote innerhalb der 28 EU-Staaten auf.

Nach Marokkanern folgten Menschen aus Albanien (67.500), die vor allem nach Italien und Griechenland gingen. Auf den Plätzen drei und vier fanden sich Inder (41.700) und Pakistaner (32.900), die vor allem in Großbritannien Staatsbürger wurden. Die Zahl der Briten, die eine andere EU-Staatsbürgerschaft annahmen, hat sich unterdessen mehr als verdoppelt. Sie stieg um 165 Prozent auf 6555 Menschen im Jahr 2016. Der Hauptgrund dafür dürfte der Brexit sein. Großbritannien tritt Ende März kommenden Jahres als erstes Land wieder aus der EU aus.

Österreich: Fünf Prozent mehr Einbürgerungen als 2015
Mit 0,68 Einbürgerungen pro 100 ansässigen Ausländern – insgesamt 8530 – belegte Österreich gemeinsam mit Lettland den letzten Platz. Gegenüber 2015 bedeutet das für Österreich eine Steigerung von fünf Prozent. Die größte Gruppe bildeten dabei Bosnier (14,8 Prozent), gefolgt von Türken (9,6) und Serben (8,8).

Kroatien mit höchster Einbürgerungsquote
Spitzenreiter war laut Eurostat Kroatien mit einer Quote von 9,71 verliehenen Staatsbürgerschaften auf 100 Ausländer (insgesamt 3973 Einbürgerungen, um 232 Prozent mehr als 2015). Hinter Kroatien folgten Schweden (7,93), Portugal (6,46), Rumänien (4,22), Griechenland (4,16) und Finnland (4,11). Auf der anderen Seite belegten neben Österreich und Lettland noch die Slowakei (0,74), Estland (0,90), Litauen (0,94) sowie Tschechien (0,96) die untersten Ränge. Ins absoluten Zahlen gerechnet gab es in Italien mit 201.591 die meisten Einbürgerungen, gefolgt von Spanien (150.944), Großbritannien (149.372), Frankreich (119.152) und Deutschland (112.843).

Asyl: Österreich bei Pro-Kopf-Belastung Fünfter
2017 lag Österreich bei der Zahl der Asyl-Erstanträge EU-weit auf dem achten Platz, umgerechnet auf die Pro-Kopf-Belastung ergibt das mit 256 Anträgen pro 100.000 Einwohner Rang fünf. Damit liegt unser Land vor Staaten wie Deutschland, Schweden und Italien. Die Plätze eins bis vier nehmen Griechenland, Zypern, Luxemburg und Malta ein, wie aus den Eurostat-Zahlen hervorgeht.

krone.at

Kroatien will die Flüchtlinge schnell loswerden

Das bisherige Nadelöhr Mazedonien wird immer enger. Das politisch instabile Balkanland lässt seit einigen Wochen nur noch aus Griechenland asylberechtigte Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsländern Syrien, Irak und Afghanistan über seine Grenze, nicht hingegen die in immer größerer Zahl über die Türkei nach Griechenland kommenden Migranten aus nordafrikanischen Ländern wie Marokko, Tunesien und Algerien.

An der mazedonischen Grenze kommt es deshalb bereits zu Staus. Mehr als 2000 Menschen harren dort jetzt aus, in der Hoffnung, vielleicht doch noch nach Westeuropa zu gelangen. Andere fuhren nach Athen zurück, wo bereits mehrere tausend Migranten auf Plätzen und in Parks campieren.

Ähnlich verfahren seit vergangener Woche auch die anderen Länder der Balkan-Route, nämlich Serbien, Kroatien und Slowenien. Serbien und Kroatien versuchen das Flüchtlingsproblem unterdessen vor der Öffentlichkeit weitgehend zu verstecken, wie Beobachter in Belgrad und Zagreb bestätigen. „Das Flüchtlingsproblem ist in der Öffentlichkeit nicht präsent, da die Migranten nicht zu sehen sind“, sagt Erika Teoman-Brenner, Österreichs Wirtschaftsdelegierte in Serbien.

Auch Kroatien will möglichst schnell die Flüchtlinge wieder außer Landes bringen. „Alle Migranten werden eins zu eins weiter geschickt“, bestätigt Roman Rauch, langjähriger österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Kroatien.

Züge würden sogar um die Hauptstadt Zagreb herum geleitet, berichtet der Wirtschaftsexperte. Sowohl Serbien als auch Kroatien kämpfen mit einer desolaten Wirtschaftslage. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der leeren Staatskassen sind sie nicht in der Lage, Flüchtlinge dauerhaft zu beherbergen.

In der südosteuropäischen Wirtschaft wächst die Befürchtung, dass ein noch härteres Grenzregime auf dem Balkan die ohne labile Wirtschaft vieler Länder in der Region beschädigen könnten. „Wenn weitere Grenzkontrollen eingeführt werden, kommt es zu langen Wartezeiten mit den entsprechenden Folgen“, warnt Wirtschaftsexperte Rauch.

Das EU-Land Kroatien gehört nicht dem Schengen-Raum an. Das Adrialand ist nicht nur ökonomisch schwach, sondern auch politisch. Der parteilose Ministerpräsidenten Tihomir Oreskovic, der erst vor vier Tagen sein Amt angetreten hat, besitzt keine starke Unterstützung in der Koalition.

Die Syrer stellen die größte Gruppe; 2014 kamen nach Angaben der Grenzschutzagentur Frontex 66 700. Millionen Syrer sind auf der Flucht vor einem extrem brutal ausgetragenen Religions- und Bürgerkrieg; viele sind Flüchtlinge im eigenen Land oder gingen in die Türkei und den Libanon.
Das Land am Horn von Afrika gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Präsident Isaias Afwerki regiert seit 1993 mit eiserner Faust. Oppositionelle werden ermordet oder inhaftiert. Viele junge Menschen fliehen vor dem Militärdienst. Laut Frontex nahmen 2014 rund 34 300 Menschen aus Eritrea das Risiko einer Überfahrt auf sich.
Nach vielen Jahren Bürgerkriegs liegen Infrastruktur und Wirtschaft des Vielvölkerstaats am Boden. Industrie gibt es kaum. Dafür floriert der Drogenhandel und die Taliban sind unbesiegt. Viele Afghanen sehen daher keine Zukunft in ihrer Heimat.
Die 16 Millionen Einwohner des armen Wüstenstaates kämpfen um das tägliche Überleben. Nach einem Militärputsch hatten Islamisten 2012 den Norden erobert und waren erst von einer internationalen Truppe zurückgeworfen worden. Die Sicherheitslage bleibt prekär und die Korruption hemmt die Entwicklung.
Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat in Teilen des Nordostens einen Gottesstaat ausgerufen. Ihre Angriffe kosteten Tausende das Leben. 1,5 Millionen Menschen flohen vor der Miliz in andere Landesteile oder ins Ausland. Mehr als die Hälfte der Einwohner des potenziell reichen Landes lebt in extremer Armut.
Griechenland gerät in der Flüchtlingskrise unter immer größeren Druck. Täglich kommen tausende Menschen von der türkischen Küste über die Ägäis zu den griechischen Inseln. Die EU-Partner fordern von Athen eine wirksamere Sicherung der Außengrenze, sagen aber bisher nicht, wie das in der Praxis aussehen könnte. Zugleich machen immer mehr Länder ihre Grenzen dicht. Ioannis Mouzalas, als Vizeminister im Innenministerium zuständig für die Migrations- und Flüchtlingspolitik, warnt vor einem Dominoeffekt: Die Griechen fürchten einen riesigen Flüchtlingsstau.