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Frankreich: Streik am Dienstag von AirFrance und Eisenbahnern – Dreimonatige Streikphase geplant

Spätestens am Dienstag wird es in Frankreich zu Zugausfällen kommen: Die Eisenbahner streiken bis Ende Juni jeweils an zwei von fünf Tagen. Am Dienstag wollen zudem Beschäftigte der Müllabfuhr, im Energiesektor und der Fluggesellschaft Air France streiken.

Im Bahnhof Gare de Lyon von Paris fuhr nichts als, als am 22. März 2018 die Streikwelle begann.Foto: CHRISTOPHE SIMON/AFP/Getty Images

In Frankreich beginnt am Montagabend der „Kampf der Schiene“ gegen die geplante Reform der staatlichen Bahngesellschaft SNCF. Um 19.00 Uhr beginnen die Eisenbahngewerkschaften mit einem Streik.

Am Dienstag dürften nach Einschätzung der SNCF nur jeder achte TGV-Schnellzug und nur jeder fünfte Regionalzug planmäßig fahren. Von den Eurostar-Verbindungen nach Großbritannien sollten am Dienstag drei Viertel planmäßig verkehren, die Thalys-Züge nach Belgien und Deutschland sollten praktisch normal fahren.

Zugverbindungen nach Spanien, Italien und in die Schweiz wurden hingegen komplett gestrichen. Hinzu kommt, dass die Beschäftigten der Fluggesellschaft Air France für Dienstag einen Streik ankündigten, um sechs Prozent mehr Gehalt zu erkämpfen.

Zwischen dem 3. April und dem 28. Juni rufen die Gewerkschaften der Eisenbahner an zwei von fünf Tagen zum Streik auf – als Zermürbungspolitik gegen die Regierung.

Emmanuel Macron will die Staatsbahnen SNCF im Eilverfahren sanieren, wie die „NZZ“ Ende Februar schrieb. Die Staatsbahnen sind mit 50 Milliarden Euro hochverschuldet. Gleichzeitig will die EU eine Marktöffnung ab Ende 2019 im Bereich des nationalen und regionalen Schienenverkehrs durchführen – darauf ist die französische Bahn nicht vorbereitet.

Eisenbahner haben in Frankreich einen höheren Status und genießen einige Privilegien, neue Mitarbeiter werden nur noch mit normalen Arbeitsverträgen eingestellt.

Macron will Veränderungen mittels Verordnungen am Parlament vorbei durchsetzen

Der Vorsitzende der Gewerkschaft CFDT, Laurent Berger, nannte die Proteste „einen Warnschuss für die Regierung“. Er verlangte im Sender RTL Verhandlungen über die Bahnreform.Macron will diese mittels Verordnungen am Parlament vorbei durchsetzen. So war er bereits bei der umstrittenen Reform des Arbeitsrechts im Herbst vorgegangen, gegen die hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen waren.

Am Dienstag wollen zudem Beschäftigte der Müllabfuhr, im Energiesektor und der Fluggesellschaft Air France streiken.

Trotz des Streiks ist die Regierung (Quelle: NZZ) davon überzeugt, dass die:

Mehrheit der Bürger weiterhin den Reformkurs unterstütze, ja sich gar dessen Beschleunigung wünsche.“

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire bekräftigte mehrfach, dass die Regierung nicht einknicken werde. Jedoch brauche es noch mehr „Pädagogik“, die die Menschen besser über die „Notwendigkeit und die Art der Reformschritte“ aufkläre, wie die NZZ schreibt.

Die Popularität von Emmanuel Macron ist in den letzten Monaten stark eingebrochen und liegt nun bei etwa 42 Prozent (im Dezember 2017 waren es 52 Prozent, NZZ).

(ks/afp)

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