Sollten wir den Amtseid abschaffen? Eine beleidigung am Deutschen Volk! Andrea Nahles SPD für abschaffung von Deutsche grundwerte! ist Programm der AfD
Alle Kategorien

Provokation gegen Russland war längst geplant: Russischer Botschafter zu Fall Skripal: „Pure Doppelmoral“: Kritik aus der Schweiz zu Vorgehen des Westens im Fall Skripal

Der russische Botschafter in den USA Anatoli Antonow hat in einem Interview mit dem Sender „5. Kanal“ mitgeteilt, wie lange die mit dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal verbundene Provokation gegen Russland vorbereitet worden ist.

„Wir haben aufmerksam verfolgt, wer in der letzten Zeit in die US-Botschaft in Moskau gekommen ist und was für Menschen das waren. Das waren Menschen aus dem Krisenzentrum, aus der britischen Abteilung des US-Außenministeriums“, sagte der Diplomat.

Alle diese Provokationen seien im Laufe von mehr als drei Wochen vorbereitet worden, betonte Antonow.

Als Reaktion auf den Giftanschlag von Salisbury, für den Premierministerin Theresa May Russland verantwortlich macht, hatten mehrere EU-Länder sowie die USA, Kanada, Norwegen und die Ukraine russische Diplomaten ausgewiesen. Moskau reagierte mit symmetrischen Maßnahmen und wies Mitarbeiter der diplomatischen Vertretungen dieser Länder aus.

Der für die britischen Geheimdienste arbeitende Ex-Oberst der russischen Militäraufklärung GRU Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März im britischen Salisbury vergiftet worden. Die britische Seite behauptet, an der Vergiftung der Skripals mit dem Stoff A234 sei der russische Staat beteiligt gewesen. Russland hat dies jedoch entschieden zurückgewiesen und eine objektive Untersuchung des Falls gefordert.

„Pure Doppelmoral“: Kritik aus der Schweiz zu Vorgehen des Westens im Fall Skripal

Roger Köppel, der Chefredakteur und Verleger der Schweizer Zeitung „Die Weltwoche“, hat in einem Editorial die westlichen Länder wegen ihres Vorgehens gegen Russland im Fall Skripal kritisiert und ihnen eine Doppelmoral vorgeworfen. Gleichzeitig hat er die Schweiz dafür gelobt, dass sie sich nicht an Maßnahmen gegen Russland angeschlossen hat.

Den Diplomatenkrieg gegen Russland, den der Westen wegen der Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal im britischen Salisbury entfesselt hatte, bezeichnete der Journalist als „irre“

„Was ist los? Haben Theresa May und Boris Johnson, die beiden überforderten Briten, den Verstand verloren? Sie geben selber zu, dass sie keine letzte Gewissheit über die Vergiftung dieses russischen Ex-Spions und seiner Tochter haben. Trotzdem blasen sie jetzt zum kalten Weltkrieg gegen Putin und den Kreml. Und erstaunlich viele machen mit“, schreibt Köppel.

Der Journalist erinnerte, die EU halte sich für den „letzten Hüter des Rechtsstaats“ und habe Russland „jahrelang Vorlesungen über den Rechtsstaat“ gehalten. Aber im Fall Skripal vergesse die EU die zwei wichtigsten zivilisatorischen Errungenschaften des Westens. Erstens solle man keine Urteile fällen, bevor die Beweiserhebung abgeschlossen sei. Zweitens solle man keine Kriege anfangen, „ohne eine sachlich einigermaßen erdbebensichere Grundlage“ zu haben.

Darum könne die EU als „der scheinheiligste Heuchlerverein“ in die Weltgeschichte eingehen, so Köppel. Schall und Rauch, windiges Geschwätz, pure Doppelmoral – so würden heute westliche Werte aussehen.

„‘Plausibel‘ sei es, dass die Russen, dass Putin hinter dem schrecklichen Giftanschlag auf den Ex-Spion und dessen Tochter steckten. Liebe Freunde in Brüssel und in den Metropolen Europas: ‚Plausibel‘ reicht nicht. ‚Plausibel‘ ist keine rechtsstaatliche Kategorie. ‚Plausibel‘ kann nie und nimmer der Auslöser einer diplomatischen Kriegserklärung sein, wie wir sie seit dem Untergang der Sowjetunion nicht mehr erlebt haben“, betont der Journalist.

Hinter Londons Motiven, Moskau für den Giftanschlag auf Skripal verantwortlich zu machen, stecken laut Köppel interne Gründe: „Die angeschlagenen, durch ihren eigenen Brexit verwirrten Tories scheinen sich an Putin politisch aufrichten, gesundstossen zu wollen. Es geht auch um Ablenkung und Aufplusterung.“

Der Journalist lobte die Stellungnahme der Schweiz, die sich an Maßnahmen gegen Russland nicht angeschlossen hat. Er stellte sich vor, was passieren könnte, falls die Schweiz EU-Mitglied wäre.

„Die Neutralität wäre weg, perdu, dahin, futsch. Stattdessen müsste sich die kleine, verwundbare Schweiz einreihen in diese Sklavenfront der Rechtsbrecher, Diskriminierer und antirussischen EU-Nationalisten“, betont Köppel.

Der Journalist unterstrich abschließend, „in dieser aufgekratzten Welt der halbstarken Verteufler“ bleibe die Schweiz „ein Anker der Hoffnung, dass es auch anders geht“.

Causa Skripal: Moskau stellt 13 Fragen an Organisation für Verbot chemischer Waffen

Nach London und Paris folgt nun die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW). Im sogenannten Skripal-Fall hat das russische Außenministerium eine Liste mit 13 Fragen an die OPCW geschickt und fordert die entsprechenden Antworten.

Der Westen beschuldigt Russland der Involvierung in der Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter in England — legt allerdings weder konkrete Beweise noch Antworten auf Anfragen aus Moskau vor.

Nun hat das russische Außenministerium 13 Fragen an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) geschickt, um Klarheit in verschiedenen ungeklärten Aspekten zu schaffen.

„Am ersten April hat die Ständige Vertretung der Russischen Föderation bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) dem technischen Sekretariat der Organisation eine Liste mit Fragen bezüglich des gegen Russland fabrizierten ‚Skripal-Falls‘ geschickt“, heißt es in der entsprechenden Erklärung des russischen Außenministeriums.

Unter Anderem will Moskau wissen, inwieweit London von der OPCW Unterstützung im Zusammenhang mit dem Skripal-Fall angefragt sowie ob Großbritannien zusätzliche Informationen über seine internen Untersuchungen an die OPCW geschickt hatte.

Auch fordert Russland Aufklärung darüber, ob die grundlegenden Standards der internationalen Chemiewaffenkonvention bei den britischen Ermittlungen eingehalten worden sind sowie wie genau die Prozedur der Entnahme von Proben ausgesehen hatte.

Der für die britischen Geheimdienste arbeitende Ex-Oberst der russischen Militäraufklärung GRU Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März im britischen Salisbury vergiftet worden.

Die britische Seite behauptet, an der Vergiftung der Skripals mit dem Stoff A234 sei der russische Staat beteiligt gewesen. Russland hat dies jedoch entschieden zurückgewiesen und eine objektive Untersuchung des Falls gefordert.

Teilnahme Russlands nicht bewiesen – belgischer Experte zu Fall Skripal

Formelle Beweise der Teilnahme Russlands an dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal sind nicht vorgelegt worden. Diese Auffassung hat der Professor für Internationale Beziehungen der Katholischen Universität Löwen Tanguy de Wilde in einem Interview mit dem Rundfunksender „Premiere“ geäußert.

„Beeindruckend an dem Fall Skripal ist, dass er nicht auf der Ebene der Geheimdienste geregelt wurde. Dieser Fall wurde auf die Regierungsebene gebracht, wobei damit gerechnet wurde, dass eine breite Öffentlichkeit davon erfährt und das Ergebnis der Ermittlungen vorweggenommen wird“, sagte der Experte in einem Interview mit den Rundfunksender „Premiere“.

„Dies hatte zur Folge, dass die Russen mit guten Gründen reagierten, indem sie diese Form der beabsichtigten Beschuldigung aufgrund des Fehlens von formellen Beweisen für die Beteiligung Russlands verurteilten“, so De Wilde.

Die Ausweisung der europäischen Diplomaten aus Russland bedeute allerdings keinen Bruch der Kontakte, so der Experte. Es gehe darum, „auf eine symbolische Art auf die Ernsthaftigkeit der Krise hinzuweisen und die Kommunikationskanäle wahrscheinlich vorübergehend zu reduzieren“.

Die USA, Kanada, Norwegen, die Ukraine sowie eine Reihe von EU-Ländern hatten diese Woche die Ausweisung der russischen Diplomaten wegen des Anschlags im britischen Salisbury angeordnet, bei dem der ehemalige Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergiftet worden waren. Großbritannien macht Russland für diesen Anschlag verantwortlich. Moskau weist diese Vorwürfe entschieden zurück und hat ebenfalls Diplomaten entsprechender Länder ausgewiesen.

Quelle:Sputnik