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England meldet Fall von mehrfachresistentem Tripper Ein Brite hat sich einen Tripper eingefangen, gegen den herkömmliche Antibiotika machtlos sind. Im schlimmsten Fall könnte dies zum Tode führen.

Davor haben Experten schon lange gewarnt: In Grossbritannien hat sich ein Mann mit einer Art von Gonorrhoe angesteckt, gegen die herkömmliches Antibiotikum wirkungslos bleibt. Laut «BBC» steckte sich der Mann während den Ferien in Südostasien an, als er ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer Frau hatte.

Es ist das erste Mal, dass sich die Krankheit nicht mit den dafür vorgesehenen Antibiotika geheilt werden kann. Normalerweise wird bei Tripper eine Kombinationstherapie aus Azithromycin und Cefixim angewendet – diese nützt nun aber nichts mehr. Jetzt könnten sich die Erreger auf weitere Organe des Mannes ausbreiten. Im schlimmsten Fall könnte dies zum Tode führen.

Noch besteht aber Hoffnung für den Briten. Der Erreger reagierte bei Labortests auf ein einziges Antibiotikum, welches nun – zusammen mit noch mit einem weiteren Mittel – zur Behandlung eingesetzt wird. Ob es die gewünschte Wirkung hat, soll ein nächster Test Mitte April zeigen.

«Dass ein Patient eine derart hohe Resistenz gegen beide Medikamente und gegen die meisten anderen herkömmlichen Antibiotika hat, war bisher unbekannt», sagt Gwenda Hughes von Public Health England gegenüber «BBC». Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wird nun nach sämtlichen Sexualpartnern des Mannes gesucht.

Immer weniger wirksame Antibiotika

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Geschlechtskrankheit mangels wirksamer Antibiotika immer schwerer zu bekämpfen. Die Auswahl an Medikamenten, die dagegen noch helfen würden, sei sehr begrenzt.

Aktuell seien nur drei neue chemische Substanzen in verschiedenen Phasen der klinischen Erprobung. Insgesamt erkrankten weltweit jedes Jahr 78 Millionen Menschen an Gonorrhoe. Die Tendenz sei steigend.

Das Problem: «Gonorrhoe-Bakterien sind sehr geschickte Bazillen. Jedes Mal, wenn eine neue Antibiotikaklasse gegen das Bakterium eingeführt wird, entwickelt dieses eine Resistenz», zitiert die BBC die WHO-Forscherin Teodora Wi.

Die Krankheit wird beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Ein Kondom kann davor schützen – allerdings nur bedingt. Denn die Gonokokken verbreiten sich per Schmierinfektion: Kommen die Körperflüssigkeiten einer infizierten Person mit den Schleimhäuten einer gesunden in Kontakt, können die Bakterien übertragen werden.

(fur/sda)