Sollten wir den Amtseid abschaffen? Eine beleidigung am Deutschen Volk! Andrea Nahles SPD für abschaffung von Deutsche grundwerte! ist Programm der AfD
Alle Kategorien

Nach Angaben von Scotland Yard sind der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia höchstwahrscheinlich erstmals in ihrer Wohnung mit dem Nervengift in Berührung geraten.

„Anhand der Ergebnisse einer detaillierten kriminalistischen Untersuchung vermuten die Detektive, dass die Skripals erstmals mit dem Nervengift an ihrer Wohnadresse in Berührung gekommen waren“, heißt es in der Mitteilung der britischen Polizei am Mittwoch.

Spuren des Giftstoffes seien an mehreren Orten in Salisbury gefunden worden, und zwar in einer bedeutend geringeren Konzentration als im Hause von Skripal.

Ferner teilte die Polizei mit, dass die Ermittlungen in dem Fall einige Monate in Anspruch nehmen werden.

Skripal und seine Tochter waren Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank im britischen Salisbury mit Vergiftungserscheinungen aufgefunden und in ein Krankenhaus gebracht worden, wo sie seitdem im Koma liegen. In beiden konnte ein Nervengift nachgewiesen werden. Die genauen Umstände des Attentats sind noch unklar.

Giftaffäre: US-Experte nennt Russlands schlimmsten Fehler

Mindestens 20 Länder sind dem Beispiel Großbritanniens gefolgt und haben russische Diplomaten im Zusammenhang mit der Vergiftung des Ex-Spions Sergej Skripal in Südengland ausgewiesen.

Der US-Experte Daniel McAdams, Exekutivdirektor des Ron-Paul-Instituts für Frieden und Wohlstand, hat im Gespräch mit Sputnik die schwächste Stelle Russlands in dieser Affäre genannt.

Der Öffentlichkeit seien keine Beweise vorgelegt und keine Vergiftungsopfer gezeigt worden, so McAdams. „Der britische Supreme Court hat in Wirklichkeit die Worte von Theresa May widerlegt, nachdem sie gesagt hatte, sie sei überzeugt, dass (Skripal und seine Tochter) mit einem Nervengift von militärischer Qualität, und zwar mit dessen Untrart ‚Nowitschok‘, vergiftet worden seien. Der Supreme Court hat dies anhand einer Blutanalyse widerlegt. Es handelt sich also um einen gut koordinierten Angriff, der möglicherweise von den USA und Großbritannien unternommen wurde“, so der Experte.

Ihm zufolge sollte im Skrupal-Fall nach keiner Logik gesucht werden, weil westliche Massenmedien sich vorwiegend damit befassen, die Theorie über einen Wahnsinnigen zu verbreiten. „Das ist notwendig, wenn man versucht, eine Aggression gegen ein anderes Land zu entfesseln. Das war mit Gaddafi, Saddam Hussein, Assad und Kim Jong-un der Fall.“

Eine wirklich schwache Stelle der russischen Seite bestehe darin, dass sie weiterhin nach irgendeiner Wahrheit suche, während es diese nicht gebe, so McAdams.

„Das sind nicht die Partner, die in geopolitischer Hinsicht verantwortungsbewusst handeln. (…) Wie ich denke, wäre es für Russland vernünftiger, sich zu besinnen und folgendes zu begreifen: Es hat es mit keinen ehrlichen Vermittlern, keinen ehrlichen Akteuren zu tun. Das ist ein gekauftes Spiel“, so der Experte.

Sergej Skripal, einst Oberst des russischen Militärnachrichtendienstes GRU, war 2004 als Agent des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 entlarvt und von einem russischen Militärgericht wegen Hochverrats zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Sechs Jahre später wurde Skripal mit drei weiteren westlichen Spionen gegen zehn vom FBI verhaftete russische Agenten ausgetauscht, unter ihnen die als „Agentin 00Sex“ bekannte Anna Chapman.

Am 4. März dieses Jahres wurden der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht, wo beide ins Koma fielen.

Obwohl die Umstände noch unklar sind, machte die britische Premierministerin Theresa May Russland für den mutmaßlichen Giftanschlag verantwortlich und verwies 23 russische Diplomaten des Landes. Russland lehnt den Vorwurf zurück und fordert eine objektive Aufklärung. Nach Großbritannien haben Deutschland und zahlreiche weitere westliche Staaten am Montag russische Diplomaten ausgewiesen. Allein die USA weisen 60 Russen die Tür.

Massenbetrug erwiesen? London dankt Moskau für Skripal-Datenleck

Die Regierung in London hat die Echtheit der Bildpräsentation bestätigt, die eine Verwicklung Russlands in den Giftanschlag von Salisbury beweisen soll. Das russische Außenamt hatte die durch die Medien gesickerten Bilder als Beweis für einen Betrug der Briten und als das persönliche „Scheitern“ der britischen Premierministerin May bezeichnet.

„Wir danken dem Außenministerium Russlands für die Veröffentlichung dieses Dokuments“, sagte ein Sprecher des britischen Außenamtes am Mittwoch im Gespräch mit Sputnik.

Das Dokument „beschreibt die systematische Unverantwortlichkeit der russischen Behörden in den letzten Jahren, einschließlich des Zwischenfalls in Salisbury. Sein Inhalt entspricht voll und ganz den öffentlichen Äußerungen der Premierministerin“, hieß es weiter in London.

>> Russischer Botschafter in Berlin empört: „Wir lassen das nicht ohne Antwort“ >>

Die britische Premierministerin Theresa May hatte Mitte März 23 russische Diplomaten des Landes verwiesen. Formeller Grund war der mutmaßliche Giftanschlag auf den ehemaligen russisch-britischen Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury. Die genauen Umstände der Tat sind immer noch unklar. Die britischen Behörden halten die Details geheim und verweigern Moskau jede Teilnahme an den Ermittlungen. Russland weist jede Verwicklung zurück und fordert Fakten.

>> Russisches Verteidigungsministerium: A234-Nervengift in USA entwickelt >>

Am Montag haben auch 17 EU-Staaten, darunter auch Deutschland, sowie die USA, Kanada und andere Länder aus „Solidarität“ mit London insgesamt mehrere Dutzend russische Diplomaten ausgewiesen.

Einen Tag später veröffentlichte die russische Zeitung „Kommersant“ eine Slideshow, die Großbritannien seinen Verbündeten kurz vor der Massenausweisung der Diplomaten als Beweis für eine russische „Spur“ präsentiert haben soll.

Außer einer chronologischen Übersicht der darauffolgenden Ereignisse enthalten die sechs Dias keine neuen Informationen zu dem mutmaßlichen Giftanschlag, geschweige denn „Beweise“.

Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bezeichnete das Leck am Dienstag als ein „Scheitern von Theresa May“. „Enttarnt ist die größte Manipulation der internationalen öffentlichen Meinung, in die die Behörden Großbritanniens verwickelt sind. Bitte urteilen Sie selbst. Anhand von sechs Bildern wurden Entscheidungen über die Verantwortung eines Staates für eine chemische Attacke getroffen“, schrieb Sacharowa auf Facebook.

Ex-EU-Kommissar Verheugen: „Das ist der Beginn einer schweren internationalen Krise“

Der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen sieht die von Großbritannien in Gang gesetzte Massenausweisung russischer Diplomaten als Beginn einer schweren internationalen Krise. Das sagte er in einem Interview mit dem ZDF Morgenmagazin am Mittwoch.

Dabei gehe es um eine Krise, von der er nicht wisse, ob man sie wirklich unter Kontrolle halten könne, so Verheugen.

Die Allianz des Westens gegen Russland, die man momentan beobachte, stütze sich nicht auf gesichertes Wissen, sondern auf eine Beweiskette, die auf einer Annahme nach der anderen beruhe.

Vorwürfe, die man an Russland richten könne, gebe es zur Genüge, so Verheugen. Aber dasselbe könne man auch in Bezug auf den Westen sagen. „Mir fällt zum Beispiel ein, (…) dass es ja noch nicht so lange her ist, dass gerade die britische und die amerikanische Regierungen die ganze Welt belogen haben: Bewusst und absichtlich belogen, um den Überfall auf den Irak rechtfertigen zu können.“

Insbesondere könne man dem britischen Außenminister Boris Johnson, der „jetzt so viel Wind“ mache und der in der Brexit-Kampagne in Großbritannien „so viel gelogen habe“, nicht glauben.

Verheugen habe sich zudem mit der etwas widersprüchlichen Erklärung des neuen Außenministers Heiko Maas bei dessen Antrittsrede schwer getan. Maas hatte damals betont, Russland grenze sich immer mehr ab und befinde sich in Gegnerschaft zum Westen. Deutschland müsse darauf reagieren und gleichzeitig einen Dialog aufrechterhalten.

Andererseits habe Maas wahrscheinlich nichts anderes sagen können, so der Ex-EU-Kommissar weiter. Denn das Sagen habe ja Angela Merkel. „Die Bundeskanzlerin hat diese Entscheidung im europäischen Rat getroffen. Bei der Gelegenheit gleich mal nebenbei klar gestellt, wer in dieser Koalition Koch ist, und wer Kellner.“

Verheugen fragt sich, wie es zu der heutigen Situation kommen konnte. Denn er könne sich noch an eine andere Form des Zusammenlebens mit Russland erinnern. Und er wisse aus eigener Erfahrung, dass ein konstruktives Miteinander mit Moskau möglich sei. So habe er noch als EU-Erweiterungskommissar mit Präsident Wladimir Putin persönlich gesprochen. Die beiden Seiten hätten damals Lösungen gefunden und sich daran gehalten.

Den Nato-Russland-Rat hält Verheugen nach eigenen Worten für einen unzureichenden Ersatz für die Tatsache, dass man Ender der 90er Jahre „den Mut nicht aufgebracht“ habe, Russland in die Nato aufzunehmen. Der Rat erfülle heute ja keine ernsthafte Funktion mehr. Denn spätestens seit dem Beginn der Ukraine-Krise bewegten sich die beiden „Machtblöcke“ wieder in konfrontativer Weise aufeinander zu. „Wir müssen runter von dieser Konfrontation und zurück zu einer Situation, in der Kooperation wieder möglich ist.“

Der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel hat auf Twitter den ehemaligen EU-Kommissar für dessen Kommentar gelobt:

Quellen:https://de.sputniknews.com/