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Die gesetzliche Rentenversicherung ist finanziell am Ende – die Abzocke geht dennoch weiter

Seit Jahrzehnten enteignet der deutsche Unrechtsstaat hart arbeitende Bürger über die gesetzliche Rentenversicherung. Wie kriminell das Berliner Eliten-Regime dabei vorgeht, zeigt eine einfache Rechnung. Die Abzocke hat System und geht auch 2018 weiter.

von Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein

Erinnern Sie sich noch an Norbert Blüm und seine Behauptung: Die Rente ist sicher. Es war, wie sich zeigt, eine falsche Behauptung. Ausgerechnet das DIW hat in kaum zu steigernder Deutlichkeit die schlechte Nachricht verbreitet: Die gesetzliche Rentenversicherung ist in ihrer derzeitigen Form nicht mehr haltbar. In der Sprache des DIW heißt das: „das derzeitige Rentensystem [ist] finanziell nicht stabil“. Konkret: Es ist bald nicht mehr genug Geld da, um die Rentner zu finanzieren.

Und weil dem so ist, deshalb haben die Helden aus dem DIW zwei Vorschläge parat, die die gesetzliche Rentenversicherung retten sollen: Länger arbeiten oder höhere Abzüge. Länger arbeiten ist deshalb eine Lösung, weil der, der länger arbeitet, länger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt. Weil er später in Rente geht, ist nicht mehr so viel Restleben übrig, das man aus der gesetzlichen Rentenversicherung finanzieren müsste, ergo ist der länger Arbeitende ein geringerer Kostenfaktor in doppelter Hinsicht. Es ist zwar ethisch nicht in Ordnung, Menschen für ein marodes Rentensystem noch länger auszunehmen als bisher, aber was ist schon Ethik, wenn es darum geht, ein staatliches System wider alle Vernunft aufrecht zu erhalten.

Höhere Abzüge belegen denjenigen, der früher in Rente geht, als es die Bundesregierung vorsieht, also im Alter von 67 Jahren für die ab 1964 Geborenen, und im Alter von 65 Jahren für die vor 1964 Geborenen, mit einem Abzug. 0,3% pro Monat sind es derzeit.

Wer mit 60 Jahren in Rente gehen will, muss – wenn er vor 1964 geboren wurde – sich mit 18% weniger Rente zufrieden geben. Diese Abzüge, so der Vorschlag des DIW könnte man noch erhöhen, um die arbeitsunwilligen Alten länger im Beruf zu halten und auf diese Weise die Zeit der Rentenzahlung zu verknappen. Auch dieser Vorschlag hat wenig Aussicht auf einen Preis in Ethik.

Um darzustellen, wie marode das derzeitige System der gesetzlichen Rentenversicherung ist, ist es sinnvoll das zu benutzen, was man ein ökonomisches Bare Bone-Modell nennen kann, ein Modell, in dem nur die relevanten Parameter berücksichtigt sind, um die Logik des Systems darstellen zu können.

Die relevanten Parameter für die Gesetzliche Rentenversicherung sind zum einen die Anzahl der Arbeitsjahre, die einem idealen Rentner zugemutet werden, damit er eine abzugsfreie Rente erhält. Das sind derzeit 45 Jahre. Für alle, die 1964 oder später geboren sind, sind es 47 Jahre.

Zum anderen ist die Lebenserwartung ein relevanter Faktor, denn die Rentenzahlung endet (außer bei Witwenrente) mit dem Tod des Rentenempfängers. Wir gehen in unserer Beispielrechnung von einem männlichen Rentner aus. Ein 65jähriger Mann hat derzeit eine Lebenserwartung von weiteren 17,71 Jahren. Die weiteren Parameter, die wir berücksichtigen:

  • Der Beitragssatz zur Gesetzlichen Rentenversicherung beträgt 18,7%. Wir nehmen an, dass es für unseren idealen Rentner stabil bleibt.
  • Das Rentenniveau beträgt derzeit 44,5%.
    Auch das Rentenniveau nehmen wir als stabil an.
  • Unser Rentner hat 45 Jahre lang 1000 Euro monatlich verdient, d.h. wir berücksichtigen keinerlei Lohnsteigerungen und auch keine Inflation. Es geht nur um die Logik der gesetzlichen Rentenversicherung!

In den 45 Jahren hat er 540.000 Euro an Lohnzahlungen erhalten. Davon wurden 18,7% in die Gesetzliche Rentenkasse eingezahlt. Das macht 100.980 Euro. Wenn unserer Ideal-Rentner in Rente geht, ist er 65 Jahre alt und hat als Idealrentner noch 17,7 Lebensjahre vor sich (Das ist die verbleibende Lebenserwartung. Manche werden länger leben, manche früher sterben. Im Mittel treffen sie sich bei 17,7 Jahren). In diesen 17,7 Lebensjahren wird er monatlich 44,5% seines bisherigen Lohns als Rente erhalten. In unseren einfachen Beispiel macht das 445 Euro. Auf 17,7 Lebensjahre hochgerechnet ergeben sich 93.450 Euro.

Unser Idealrentner hat also 100.980 Euro in die Gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt. Er entnimmt aber nur 93.450 Euro. Er macht somit 7.530 Euro Verlust, umgerechnet auf seine Lebensarbeitszeit sind das rund 7,5 Monaten, die er umsonst in die Gesetzliche Rentenversicherung also ohne Gegenleistung einbezahlt hat. Für einen ab 1964 geborenen männlichen Rentner sieht die Rechnung noch trüber aus.

Er hat 564.000 Euro an Lohn erhalten. Davon 105.468 Euro in die Gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt. Wenn er mit 67 Jahren in Rente geht, hat er noch eine Lebenserwartung von 15,71 Jahren. In diesen 15,71 Jahren erhält er Rentenzahlungen in Höhe von 82.770 Euro. Er macht somit einen Verlust von 22.698 Euro bzw. arbeitet 22,7 Monate umsonst für die Gesetzliche Rentenversicherung.

Mit Ethik und Moral ist ein solches Enteignungsschema wie die Gesetzliche Rentenversicherung in keiner Weise zu vereinbaren, aber darum geht es auch nicht. Offensichtlich ist Politikern die Gesetzliche Rentenversicherung als Umverteilungsvehikel zu wichtig, als dass sie auf Fragen von Ethik und Moral Rücksicht nehmen würden. Warum in Deutschland immer noch Menschen in die Gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und nicht längst nicht wenigstens ein Murren unter denen zu verzeichnen ist, die hier gnadenlos ausgenommen werden, ist ein Rätsel, das jeder nur für sich selbst lösen kann.

Quelle: ANO